

Was, wenn eine Mediensucht "Sinn macht"?
Erscheinungsdatum
28. März 2024
Verlag
Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen Library Publishing
Seiten
438
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Print-Ausgabe
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Über das Buch
24 Frauen erzählen in dieser qualitativen Biografiestudie über die Bedeutung ihrer Internetnutzung in verschiedenen Lebensphasen. Die Analyse der Lebensgeschichten macht deutlich, dass eine problematische oder süchtige Mediennutzung stets eingebettet ist in belastende Lebensphasen. Sie taucht nicht zufällig auf. Eine Mediensucht macht"Sinn", wenn man sie als Bewältigungsstrategie im Umgang mit Krisen versteht.
Mehrere Jahre Forschung
Das Buch basiert auf meiner Doktorarbeit (Dr. sc. hum.), die ich an der medizinischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen erstellt habe. Meine Forschungsarbeit war von vornherein "interdisziplinär" angelegt, d.h. ich habe durch die Brillen verschiedener Fachrichtungen auf das Thema geschaut. Am Ende bewegte sich meine Forschung an der Schnittstelle zwischen psychologisch und medzinisch geprägter (Internet-)Suchtforschung, sozialwissenschaftlicher Suchtforschung und Versorgungsforschung. Mein Hintergrund als Systemikerin spielte gerade in der Auswertungsphase eine große Rolle. Inwiefern macht die problematische Mediennutzung als Symptom Sinn - angesichts der jeweiligen Biografie? Das ist eine typische systemische Denkweise.
Frau Auster, Interviewpartnerin
"Die Arbeitssituation hat auch eine Rolle gespielt beim beim Abgleiten in die Abhängigkeit. Das hängt mit meinem Verantwortungsding zusammen und ’ner kompletten Überforderung daraus. Ich hab’ mir ja mit Sinn und Verstand Aufbauspiele, Wirtschaftssimulationen ausgesucht, weil ich da was schaffen konnte."
Frau Kraut, Interviewpartnerin
"Weil ich so ein Wegrenntyp bin, ne? Ich hab’ immer Veränderungen geschaffen, aber nicht das Problem gelöst. In der Therapie habe ich nochmal meine ganze Kindheit aufgearbeitet und viel gelernt."
Frau Kraut, Interviewpartnerin
"Es musste immer ein größeres, emotionales High sein, in den Geschichten. Wo ich das Gefühl hatte, da fühl‘ ich am meisten. Das waren nicht unbedingt die eigenen Gefühle. Es war nur ‘ne Geschichte. Aber man konnte das halt sozusagen ausleben, ohne ein Risiko einzugehen."
